Zukunft & Visionen
Dem Alte Münze e.V. ist es ein Anliegen, dass die in den letzten 10 Jahren erarbeitete Expertise als Fundament für die Betreibung und Bespielung dienen soll, durch die das Areal nachhaltig in die Zukunft getragen werden kann. Eine facettenreiche, inhaltliche Programmatik sind hier ebenso wichtig, wie die kostendeckende Finanzierung und die Prinzipien der Kooperation & Kollaboration, Diversität & Hybridität sowie Solidarität & Inklusion.
Finanzierung
Die Freie Szene und Atelier-Nutzung kann durch eine Basisförderung auf den Flächen prozentual ausgebaut werden. Aktuell ist kalkuliert, dass 20% der NRF (1800 qm) für subventionierte Atelierflächen zu 6 € zzgl. Nebenkosten über das Atelierprogramm ausgeschrieben werden.

Es kann auf Grundlage der aktuellen Nutzung eine Miete von 7-8 € für die Nettoraumfläche (NRF) gezahlt werden (Jahresmiete 756.000€), was in der Hochrechnung und Abschreibung einer Immobilie eine Investition von 25 Millionen € ermöglicht. Der Ausgangspunkt für die Erarbeitung eines nachhaltigen Finanzierungsmodells waren die folgenden Parameter:
● eine Nutzfläche ohne Erschließungsflächen von 9.000 qm und verlorener Zuschuss von 25 Millionen für die Sanierung
● eine reduzierte Abschreibung von 1 bis 1,5%
Ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen Nutzung ist die Querfinanzierung zur Gewährleistung des niederschwelligen Zugangs zu Freiräumen für die Freie Szene Berlins und allen weiteren Akteur*innen des Kosmos Alte Münze. Ein integraler Ausgangspunkt der Konzeption zur langfristigen Nutzung des Areals ist der 18. Abgeordnetenhausbeschluss vom 17.05.2018, in dem festgehalten wurde, dass die Alte Münze als Kulturstandort erhalten bleiben soll. In dem Beschluss wird explizit von einer “nachhaltig kostendeckenden Bewirtschaftung des Areals” gesprochen.
Durch die aktuelle Nutzung wurde in den letzten Jahren bereits umfassend in das Areal investiert, dadurch Infrastruktur ertüchtigt und Genehmigungen eingeholt. Durch die Investitionen der Pioniernutzer*innen kann von einem geringeren Finanzierungsbedarf ausgegangen werden. Es wird angedacht, nur die notwendigen Maßnahmen im Rahmen von Dach- und Fachsanierung durch die BIM – Berliner Immobilienmanagement GmbH (Vermieterin) herstellen zu lassen. Dazu gehören insbesondere die Hofdeckensanierung, der Anbau Haus 5 und diverse Erweiterungsflächen sowie die technische Gebäudeausrüstung (TGA). Der individuelle Mieter*innenausbau kann vom Alte Münze e.V. vorgenommen werden. Folgende Bereiche des Mieterausbau und der Herstellung von Infrastruktur können weiterhin von den aktuellen Nutzer*innen übernommen werden:
Anpassung der Raumaufteilung an die Bedürfnisseder Nutzung, einschließlich Atelierflächen, Veranstaltungsflächen, Gastronomie, Lagerbereiche usw.
Installation von Beleuchtung, Steckdosen und anderen elektrischen Einrichtungen durch Fachfirmen entsprechend den Anforderungen der Nutzung
Einbau von Toiletten, Waschräumen und gemeinschaftlichen Küchenbereichen
Verlegung von Fußböden, die den Anforderungen der Nutzung entsprechen, z. B. Estrich, Fliesen, Vinyloder Laminat
Anpassung von Wänden und Decken, um die gewünschte Ästhetik und Funktionalität zu erreichen, einschließlich Maler*innenarbeiten oder Trockenbau
Installation oder Anpassung von HLK-Systemen, um adäquaten Raumkomfort sicherzustellen
Einrichtung von Verkabelung und Netzwerkinfrastruktur entsprechend den Anforderungen der Nutzungen
Installation von Sicherheitseinrichtungen wie Alarmanlagen oder Brandmeldeanlagen
Wartung und Abnahmen von Aufzugsanlagen auf dem Areal
Bereitstellung von Möbeln für Aufenthaltsräume und Begegnungszonen, Veranstaltungsausstattung und Technik für die Hausgemeinschaft
Konzeptionelle Ergänzungen
Interdisziplinäres Kulturzentrum für Musik
Ziel ist es, eine offene Struktur für die freie Musikszene Berlins zu
schaffen und eine Brücke zu anderen Ausdrucksformen der Kunst zu schlagen. Programmatisch spielen vor allem freie, experimentelle, raum- und disziplinüberschreitende Musik- und Kulturprojekte eine wichtige Rolle, die Impulse und Partizipationsmöglichkeiten kreieren. Der Schwerpunkt des Interdisziplinären Kulturzentrums liegt auf Musik, jedoch wird diese stets transdisziplinär und spartenübergreifend gedacht. So soll Raum für unterschiedlichste Musikrichtungen von experimenteller Musik über Jazz und Pop bis hin zu Musiktheater und Performances geschaffen werden. Haus 4 soll hier das Herzstück bilden und als zentraler Ankerpunkt für die verschiedenen Sparten, Genres, Künstler*innen und Akteur*innen fungieren. Die ehemalige Produktionsstätte (Haus 4) zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität aus, da die Räume durch adäquates Equipment und technische Ausstattung unterschiedlich bespielt werden können. Im Erdgeschoss von Haus 4 bietet sich beispielsweise ein multifunktionaler Veranstaltungs- und Konzertsaal mit einer Fläche von 1.000 qm an. Zugänglich ist dieser über verschiedene Eingänge, darunter ein Haupteingang Richtung Molkenmarkt und ein weiterer über den Innenhof, der eine Verbindung zu den Clubflächen im Untergeschoss ermöglicht. Die Obergeschosse des Hofgebäudes bieten zudem Platz für Arbeitsräume, Ateliers, Ausstellungen und Workshops. Im Zwischengeschoss finden sich Proberäume und Musikstudios. Das zweite Obergeschoss kann sowohl Arbeits- als auch Präsentationsflächen für Künstler*innen, Initiativen und Verbände der freien Musikszene bieten. Im Untergeschoss von Haus 4 befindet sich der Clubbereich, der als wichtiger Bestandteil der Clubkultur in Berlin fungiert. Hier finden subkulturelle, experimentelle und queere Club-Veranstaltungen statt. Dieser Bereich kann auch mit den Veranstaltungsflächen im Erdgeschoss verbunden werden, um größere Veranstaltungen zu ermöglichen. Allumfassend bieten die gebäudestrukturellen Gegebenheiten einen synergetischen Austausch der Disziplinen und einen Freiraum für interdisziplinäres Kunst- und
Kulturschaffen.

Sommermünze 2019 © Florian Kottlewski

Ergänzt werden soll dies durch die weitere Schaffung von Begegnungszonen. Der Innenhof der Alten Münze soll so zunehmend zu einem öffentlichen Raum werden. So können Besucher*innen und Passant*innen untereinander oder mit der Hausgemeinschaft in Austausch treten, aber auch die Möglichkeit, die verschiedenen Ecken der Alten Münze zu erkunden, soll dadurch weiterhin geboten werden. Aus der Erfahrung aus den letzten 10 Jahren ergibt sich folgendes Bild: Es sollen drei gleichberechtigte Säulen der Nutzungen für die Veranstaltungsflächen von Haus 4 (und darüber hinaus) etabliert werden. Zu gleichen Teilen werden demnach die Flächen als Präsentationsraum der Freien Szene Berlins, der Clubkultur und angehörigen Subgenres (die sich nicht direkt der Freien Musikszene oder Clubkultur zuordnen) und Akteur*innen der Kreativwirtschaft. Es ist also angedacht, dass sowohl das Performing Arts Festival (Beispiel für Freie Szene), als auch die Pornceptual Club Night (Beispiel Club und Subgenre) sowie eine Tagung beziehungsweise Kulturkonferenz (Beispiel Kreativwirtschaft) in den Räumen des Hauses 4 (und eventuell in dem neu errichteten Haus 5) abgehalten werden. Mit dieser Aufteilung und dem etablierten Nutzungsmix kann eine kulturelle Bespielung und Nutzung der Veranstaltungsflächen von Haus 4 gewährleistet werden, die sich selbst trägt.
Ergänzende
Vermittlungsformate
Neben bereits etablierten, raumbezogenen Maßnahmen befasste sich das Team mit neuen Formaten, die dazu dienen sollen, das Areal und seine Geschichte nahbar und erlebbar zu machen.
Die Alte Münze blickt auf eine über 700 Jahre alte Geschichte zurück. Diese soll neben den öffentlichen, begleiteten Historienführungen über das Areal nun auch mittels eines self-guided Historienrundgangs zugänglich gemacht werden. Am Areal verteilt werden QR-Codes und gekennzeichnete Standpunkte zu finden sein, an denen man über das Smartphone an Text-, Bild- und Audiomaterial gelangt. Um eine gewisse Barrierefreiheit im Netz zugewährleisten, sollen die geschichtlichen Inhalte auch in leichter Sprache zur Verfügung gestellt werden.
Mit der arealsbezogenen Publikation Die Münze wurde die Möglichkeit der Nachlese eingeräumt. Auf 24 Seiten wird halbjährlich ein Einblick in das kreative Schaffen des Netzwerkes der Alten Münze geboten. So werden nicht nur die hauseigenen Initiativen vorgestellt, sondern auch Künstler*innen ein alternativer Raum der Präsentation geboten. Ergänzt wird dies durch externe Texte aus angrenzenden Feldern wie der Theaterszene, Kunsthistorie oder der Literatur.
Um auch auf den Sozialen Medien Transparenz und einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, gibt es laufend Interviews im Videoformat, die sich mit dem Schaffen der Pionier*innen des Alte Münze e.V. befassen. So soll der Stadtgesellschaft gezeigt werden, wie das historische Areal in einen langfristig erhaltenswürdigen Kunst- und Kulturstandort entwickelt wird.
Zweimal im Jahr werden die Türen des Areals zur Gänze geöffnet und so die Möglichkeit geboten, hinter die Kulissen des kreativen Treibens der Alten Münze zu blicken. Neben einem facettenreichen Programm samt Live-Acts, Workshops und gastronomischen Köstlichkeiten zeigt die Hausgemeinschaft bei einer Werkschau die Ergebnisse ihres künstlerischen Schaffens.
Programmatik & Bespielung
Freie Szene und Clubkultur
Musik, darstellende Kunst, bildende Kunst,
Literatur & Sprachkunst, Inter- und Transdisziplinäre Formate
öffentliches Angebot
Kreativwirtschaft
geladene Formate
Der Alte Münze e.V. sieht für das Areal eine vielseitige Programmatik und Bespielung vor. Der historische Gebäudekomplex solleine Plattform sein, die ihre Programmatik durch eine ausgewogene Drittelteilung definiert. Diese erarbeitete Struktur bildetdenRahmen für eine dynamische kulturelle Landschaft, die die Bereiche der Freien Szene, Clubkultur und Subgenres sowieKreativwirtschaft harmonisch vereint.
Gestaltung CAGE © Alte Münze e.V.
Hauseigene
Produktion
Ausstellungen & Immersion
Fokusdisziplin: Bildende Kunst
Club & Debatte
Fokusdisziplin(en): Clubkultur, Musik
Performance, Sprache & Literatur
Fokusdisziplin(en): Darstellende Kunst, Literatur & Sprachkunst
Die Präsentationsflächen der Alten Münze sollen einmal im Jahr mit einer mehrtägigen immersiven Ausstellung bespielt werden,diesich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen befasst. Dabei soll ein Moment der Vernetzung der Hausgemeinschaft mitinteressierten Künstler*innen der Freien Szene entstehen. Zusammen und unter Hilfestellung der Kurator*innen,Kulturmanager*innen sowie der Künstlerischen Begleitung des Alte Münze e.V. wird ein Ausstellungsformat kuratiert, dass sichvonklassichen, starren Formaten löst und das Publikum auf verschiedene Weisen einbindet.Ausblick 2024:Startschuss für die hauseigene Ausstellungsproduktion soll das von Alexander Krüger und Team konzipierte FormatError404sein. Im Kontext der geplanten Ausstellung Echo Chamber Infernale werden das algorithmische Regime und seineungefilterten Echokammern als Teil einer digitalen Matrix algorithmischer Umgebungen verstanden, die durch digital gesteuerteÜberwachung gekennzeichnet sind. Diese geschlossenen Informationskreise führen zurück zu einem Problem der Unsichtbarkeit inBezug auf die wachsende Bedeutung von Algorithmen: Es wird immer schwieriger, die algorithmische Logik oder “instrumentelleMacht” zu erfassen und zu definieren. Die Ausstellung beschäftigt sich daher mit künstlerischen Reflexionen dieser geschlossenenEchokammern.
Partizipierende Künstler*innen setzen sich intensiv mit kapitalistischen Verflechtungen und Ambivalenzen sowie mit deren Chancenund Möglichkeiten auseinander. Sie schaffen medialisierte Bildräume, in denen sie alltägliche Handlungen unserer digitalisiertenExistenz reflektieren und nicht zuletzt Alternativen aufzeigen.Der Begriff des Postdigitalen des Medien-und Kulturwissenschaftlers Felix Stalder wird in diesem Ausstellungsprojekt verwendet,um die binären Gegensätze von digital und analog sowie materiell und immateriell zu umgehen, die das Bild des Digitalen begleiten.Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass das Postdigitale eine Vorstellung von der Präsenz des Digitalen jenseits digitaler Medienumfasst. Bilder werden heute zunehmend als Spuren menschlichen Handelns verstanden. Im Rahmen dieser Ausstellung wirduntersucht, wie Künstler*innen postdigitale Phänomene als Mittel zur Reflexion und Kritik algorithmischer Prozesse mittels digitaler,analoger, 2D-und anderer Bilder sowie transmedialer und performativer Arbeiten einsetzen. Das Projekt basiert auf derBeobachtung, dass sich kritische, aber auch affirmative künstlerische Positionen unter den Vorzeichen des Postdigitalen und alsReaktion auf die algorithmischen Umgebungen entwickelt haben. Welche visuelle Sprache entwickeln Künstler*innen, um demalgorithmischenRegime und seinen Echokammern reflexiv zu begegnen?
Die Verknüpfung von Clubkultur und der freien Musikszene ist dem Alte Münze e.V. ein besonderes Anliegen. An mehreren Tagenwird ein hausinternes Festival auf die Beine gestellt, bei dem Musik, Diskussionen und Soundexperimente auf unterschiedlicheBühnenam Areal gebracht werden. Sowohl tagsüber als auch nachts wird es Programmpunkte geben, die sich mit aktuellen Debattenzur Clubkultur, freien Musikszene, dem Druck großer Musikkonzerne und weiteren brennenden Themen befassen. Inhaltlich umfasstdies sowohl die elektronische Musik und Facetten der Clubkultur, als auch das Genre descontemporary soundund jegliche Fusionen.Ein umfassendes Rahmenprogramm bettet die musikalischen Acts ein. Mögliche Kooperationen mit anderen Häusern sind möglich,jedoch nicht explizit angedacht.
Die Freie darstellende Szene Berlins vereint ausdrucksstarke Künstler*innen aus den Bereichen Performance und Tanz, Sprech-undMusiktheater, aber auch Objekttheater, Zeitgenössischer Zirkus und Kinder-sowie Jugendtheater. Doch auch die freieLiteraturszene beheimatet eine Vielzahl an beeindruckenden Autor*innen. Das verbindende Element der Szenen ist unter anderemdie Sprache als Teil des Ausdrucks-egal welche, ob verbal oder non-verbal, geschrieben oder gesprochen. Mittels Open Call undin Zusammenarbeit mit dem DNA Art Club sollen Theatertage ins Leben gerufen werden, die der Szene die Möglichkeit derPräsentation bieten sollen. Jährlich wird in Abstimmung mit den Dramaturg*innen des Alte Münze e.V. ein Leitthema formuliert,andem sich die Theatertageorientieren werden.
Flächennutzung
Präsentation
Die Präsentationsflächen am Areal stehen den Freien Szenen zur Verfügung. Die Ergebnisse des Kreativen Schaffens sollen so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um so Kunst erlebbar zu gestalten. Benötigte Ressourcen und Infrastruktur werden vorhanden sein.
Produktion
In den Häusern verteilt wird es diverse Produktionsräume wie Ateliers, Studios und Co geben. Für die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen wie Musik, darstellende Kunst oder bildende Kunst wird es je geeignet ausgestattete Räumlichkeiten geben.
Club
Die Clubkultur ist seit der Übernahme des Gebäudekomplexes ein fester Bestandteil des Nutzungsmixes. Dies soll weiter etabliert werden und der lebendigen Clubszene in Berlin ein sicherer Ort zur künstlerischen Entfaltung geboten werden.
Flexibel nach Nutzungscode
Die flexiblen Flächen nach Nutzungscode zeichnen sich durch ihre
Multifunktionalität aus. Die Räume sollen sowohl den Freien Szenen zugänglich gemacht werden und als Kulturflächen dienen, aber auch der Kreativwirtschaft
einen Ort des Geschehens bieten.
Kreativwirtschaft
Die Kreativwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil des Nutzungsmixes hinsichtlich der wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Durch die Querfinanzierung finanzstärkerer Akteur innen aus der Kreativwirtschaft kann nachhaltig garantiert werden, dass die Alte Münze in offener Ort für Kunst und Kultur ist.
Aufenthalt
Aufenthaltsflächen im Innenhof, in den jeweiligen Häusern (besonders Haus 3) sowie Gemeinschaftsküchen sollen als Begegnungszonen dienen, um den diversen Kosmos an Akteur innen und Nutzer innen der Alten Münze mit der Stadtgesellschaft und allen Interessierten zusammenzubringen..
Organisation
Für die hauseigene Verwaltung sind sowohl der Alte Münze eV. als gemeinnützige Träger innenschaft, als auch die Spreewerkstätten GmbH als operative Einheit verantwortlich. Für die Senatsverwaltung für Kultur und Europa sollen zudem Räume zur gemeinsamen Programmierung und Organisation der Alten Münze eingeräumt werden.
Gastronomie
Am Areal sollen weiterhin die Pizzeria Moneta sowie das Community-Café The Greens samt seiner Fenstertheke für das gesamte Quartier und die Hausgemeinschaft zur Verfügung stehen. Etwaige Erweiterungen und weitere gastronomische Nutzungen wurden im Konzept formuliert.
Haus 1
GESAMTFLÄCHE:
530 m2 NGF ohne UG
RAUMHÖHEN:
3,0 bis 3,7 m
Der ursprüngliche Nutzen als Verwaltungsgebäude soll künftig reinstalliert werden. Die gegenwärtige Raumstruktur je Etage ist ähnlich der bauzeitlichen Struktur, substanzielle Änderungen wurden nur an den Fluren in den 1990er Jahren unternommen Haus 1 bildet das Entree zur Stadt. Es öffnet sich als einziger Gebäudeteil zum Mollenmarkt und schafft eine Eingangssituation. Im Erdgeschoss sollen Aufenthalsräume für das Personal entstehen. um dem Team einen Rückzugsort abseits der hausgemeinschaftlichen Aufenthaltsorte zu gewährleisten. Zudem besteht die Möglichkeit, im Ergeschoss einen Auszug aus dem Schaffen der hausinternen Künstler innen zu präsentieren. Dies kann sich in Form von laufend wechselnden Mini-Ausstellungen gestalten oder aber auch durch digitale Präsentation in der Form von “Videos hinter den Kulissen, in denen die hausinternen Künstler*innen in Kurzportraits über ihre Arbeiten und ihr Schaffen sprechen.
Im 1. OG sind Verwaltungsräume für die Senatsverwaltung für Kultur und Europa vorgesehen. Direkt oberhalb im 2. OG befinden sich jene für den Alte Münze eV. Dies ermöglicht einen Austausch mit kurzen Wegen und eine dynamischere Zusammenarbeit im Dachgeschoss soil weiterhin die Hausmeister innenwohnung Platz finden.

Haus 2 (Direktor*innenhaus)
GESAMTFLÄCHE:
1.390 m2 NGF ohne UG
RAUMHÖHEN:
2.9 bis 4.1 m
Haus 2 oder auch Direktor innenhaus wurde ursprünglich als Wohnhaus konzipiert und stellt den Kopfbau am Rolandufer dair Hier soll ein lebendiges Produktionshaus mit dem Fokus auf Arbeitsräume und Ateliers entstehen samt der Einräumung von Flächen für ein Residency Programm, wobei auch ausreichend Platz zur Präsentation im Erdgeschoss sowie im 1. OG sein wird. Das Residency Programm schließt jegliche künstlerische Ausdrucksform ein und wird jährlich vom Team der Kurator innen und Dramaturg innen des Alte Münze eV. ausgeschrieben und
betreut.
Um das diverse Bild nach angedachtem Nutzungsmix einzuhalten, wären auch Vergaben der Produktionsräume an beispielsweise soziale Organisationen denkbar. Im Erdgeschoss besteht die Möglichkeit zur gastronomischen Erweiterung: die Idee für ein Café mit Spreeterrasse wurde formuliert. Das neu entstehende Café soll als verlängertes Wohnzimmer konzipiert werden. Zu fairen Preisen sollen hier Kaffee, Getränke und kleine Speisen angeboten werden. Das angedachte Mobiliar bietet die Möglichkeit zum Entspannen und Verweilen, aber auch zu arbeiten oder zu lernen. Es soll auf die Besucherinnen kein übergeordneter Konsumzwang ausgeübt werden, sandem das Prinzip einer solidarischen Kantine/Café in Betracht gezogen werden. Der Raum steht allen zur Verfügung und kann von allen gleichermaßen genutzt werden, ob Kaffee trinkend, Zeitung lesend oder den Ausblick auf die Spree genießend Eine Herausforderung bei der Umnutzung liegt darin, dass das Gebäude aktuell nicht barrierefrei zugänglich ist. Es soll geprüft werden, ob der Einbau eines Aufzuges oder eine Verbindung zum Haus 3 umsetzbar ist.

Haus 3 (Passerelle)
GESAMTFLÄCHE:
3.739 m2 NGF ohne UG
RAUMHÖHEN:
4,3 bis 5,0 m (EG & 1. OG)
Haus 3 verfügt über eine flexible innere Struktur und eine große Kontaktfläche zum Außenbereich. Da das Gebäude ursprünglich als Werksgebäude konzipiert wurde, gibt es zahlreiche großflächige Räumlichkeiten, deren Nutzung sich flexibel gestalten lässt. Im Erdgeschoss sind bereits die Pizzeria Moneta samt Küche und Lagerräume und das Café The Greens mit der gleichnamigen Eisdiele/Fenstertheke und den benötigten Lagern untergebracht. Zudem befindet sich der als Theater fungierende Raum am Ende des Gebäudes (an das Direktor innenhaus angrenzend). Dieser soll weiterhin als Auftrittsmöglichkeit für Performance und Theater genutzt werden und federführend vom DNA Art Club bespielt und betreut werden.
Die Galerie soll auch künftig als maisonetteartige Veranstaltungsfläche dienen. Ihre Nutzung richtet sich flexibel nach dem Nutzungscode – sprich, sowohl Kulturveranstaltugen wie Ausstellungen, als auch Veranstaltungen der Kreativwirtschaft können hier stattfinden. Im 1. OG sowie im Dachgeschoss wird es weitere solcher multifunktionaler Flächen geben.
Um auch für Begegnungszonen zu sorgen, werden im 1. OG und im Dachgeschoss Aufenthaltsräume sowie Gemeinschaftsküchen zu finden sein. Die Verwaltung bekommt im 1. OG Büroflächen zur Verfügung gestellt. Diverse Produktionsräume wie Ateliers und Studios sollen ebenfalls im 1. OG und im Dachgeschoss etabliert werden. Der Rest des Dachgeschosses beheimatet weitere Kulturflächen.
Die Möglichkeit des Durchbruches zur Spree wurde ebenfalls formuliert, wordurch die Aufenthaltsqualität durch weitere Sitzmöglichkeiten und der Nähe zum Wasser verbessert werden kann und so das Areal der Alten Münze umfassender der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Dies eröffnet auch die Chance als place next door” für die angrenzenden Bewohnerinnen und Akteur innen des Quartiers zu dienen.

Haus 4 + Erweiterungspotenzial Haus 5
GESAMTFLÄCHE:
2.444m2 NGF ohne UG (Haus 4) Erweiterung um 2.400m2 NGF
RAUMHÖHEN:
3,5 bis 6,5 m (EG & 1. OG)
Haus 4 stellt architektonisch und historisch das Herzstück der Alten Münze dar. Hier war die ehemalige Münzprägehalle untergebracht. woran heute noch die drei Schornsteine erinnern, Aufgrund des ursprünglichen Nutzens befinden sich im Erdgeschoss große. teilweise zweigeschossige, hallenartige Räume. Die oberen Etagen bieten ein sehr flexibel nutzbares Raumangebot, das sich in kleinere Einheiten unterteilen oder zu größeren zusammenfassen lässt. Die Möglichkeit zur Erweiterung eines zusätzlichen Gebäudes (Haus 5) besteht. Der angedachte Neubau soll sich an die Bestandsstruktur des Hauses 4 anschließen und weiteres
Raumpotenzial schaffen.
Wie im Abschnitt Interdisziplinäres Kulturzentrum für Musik (5241) ausgearbeitet, soll Haus 4 (samt Erweiterungspotenzial auf Haus 5) als Herzstück des Musikschwerpunktes dienen. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss bietet es sich an, multifunktionale Auftrittsflächen für Musik in Form eines Konzertsaals mit bis zu 400 Sitzplätzen zu realisieren. Neben dem Konzertsaal sind auch weitere kleinere (Probe-) Bühnen und Räumlichkeiten für Veranstaltungen denkbar. Auch ein Backstage-Bereich soll im 2. OG seinen Platz finden.
Um die bestmögliche Umsetzung der Produktionsflächen sowie Präsentationsflächen mit Schwerpunkt auf Musik zu gewährleisten. soll an den optimalen schallschutztechnischen Bedingungen sowie notwendiger Infrastruktur gearbeitet werden, Im Bestandsgebäude/ Haus 4 sind ergänzende und organisatorische Nutzungen sowie Räume für Kulturmanagement und Kulturvermittlung für den Alte Münze eV. angedacht.
Ideen für Haus 5 und mögliche Nutzungen sollen hier noch nicht berücksichtigt werden.

Untergeschosse
GESAMTFLÄCHE:
6.660 m2 NGF
RAUMHÖHEN:
2.6 bis 4,5 m
Die beiden Kellergeschosse weisen mit einer Nettoraumfläche von ca. 6.660 qm ein großes Volumen auf – insgesamt liegen damit etwa 40% der Flächen des gesamten Standortes im Untergeschoss. Teilbereiche sind stark sanierungsbedürftig und in einigen Bereichen mit Feuchtigkeitsschäden behaftet, andere weisen niedrige Deckenhöhen auf, die viele Nutzungen ausschließen. Die Erschließung der Häuser untereinander muss verbessert und teilweise neu geplant werden. Nach erfolger Sanierungsarbeiten stehen die Untergeschosse vorrangig der Clubkultur (siehe hierzu S. 19) zur Verfügung. Räume für Ausstellungen und andere Formen der Präsentation wird es dennoch geben. Neben der Unterbringung der Technischen Gebäudeausrüstung soll auch ausreichend Raum für Lagerflächen für den Club (und die gesamte Hausgemeinschaft) geschaffen werden. Ausreichend Platz für Proberäume sowie Backstageräume für die Bühnen und Auftrittsmöglichkeiten in Haus 3 und 4 sind ebenfalls vorhanden. Wie auch im Abschnitt Interdisziplinäres Kulturzentrum für Musik (S. 23f) ausgearbeitet, soll vor allem auch die Möglichkeit der Kombination der Räumlichkeiten über die Geschosse hinaus
ermöglicht werden. Die Untergeschosse bieten zudem die Möglichkeit, die verschiedenen Gebäudeteile räumlich und funktional miteinander zu verweben und Synergien herzustellen. Adäquate Zugänge und Durchbrüche in Absprache mit entsprechenden Genehmigungsbehörden und Fachplanerinnen wurden bereits durch die Spreewerkstätten GmbH in der aktuellen Pioniernutzung ermöglicht – Potenzial für weitere Erschließung und Verbindung ist definitiv gegeben. Insbesondere die stillgelegten Kellerflächen bieten Ideenspielraum.

Hof und Münzgarten
Der Innenhof des Areals samt des Münzgartens tragen dazu bei, das Areal für den alltäglichen Aufenthalt attraktiver zu machen. Durch den Alte Münze e.V. beziehungsweise die Spreewerkstätten GmbH wurden im Innenhof zahlreiche Sitzmöglichkeiten aus Holz sowie Sonnensegel installiert. Die Bänke laden dazu ein, einen Kaffee von The Greens im Innenhof zu trinken, die Zeitung Die Münze zu lesen oder aber auch – dank des eingerichteten Internetzugangs – mobil zu arbeiten. Die Pizzeria Moneta hat ebenfalls bereits einige Außensitzflächen, welche künftig Potenzial zur Erweiterung haben. Es soll jedoch keinerlei Konsumzwang entstehen. Die Stadtgesellschaft sowie alle Interessierte sind dazu eingeladen, den Innenhof samt Garten als gemeinsam nutzbaren Öffentlichen Raum wahrzunehmen.
Ab Herbst 2023 wird es am Areal verteilt mobile-tagging-Points geben. Die dort angebrachten QR-Codes können mittels Smartphone gescannt werden, man gelangt anschließend auf eine interaktive Website, die die spannende Historie des Areals der ehemaligen Münzprägeanstalt erlebbar macht. Wer lieber dem regen Treiben der Stadt enfliehen möchte, kann im Münzgarten zwischen Pflanzen und Kunst entspannen. Durch bessere Kennzeichnung vor allem bei Haus 1 in Richtung Molkenmarkt und dem Direktor*innenhaus (Haus 2) am Rolandufer soll die Aufmerksamkeit der Anwohner innen und Passant innen mehr auf das Areal gelenkt werden und mögliche Berührungsängste so aus dem Weg geräumt werden.
Eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität ermöglichen zudem die angedachten Durchbrüche zur Spree samt weiterer Sitzgelegenheiten. Mit der Öffnung soll Raum für Interaktion und eine bessere Integrierung des Areals am wassernahen Standort erfolgen. Die Verbindung zur Spree ist zudem ein wichtiger Faktor gen überproportionalen Nutzung des Areals mit verschiedenen Formaten und Zugängen.

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Für eine ganzheitliche Betreibung des Areals der Alten Münze sind maßgeschneiderte Maximen nötig.